Die Historie der PA Anlagen

PA steht für „public address„, was die häufigsten Anwendungen einer Beschallungsanlage widerspiegelt – seien es Bahnhöfe, Sportstadien, Geschäfte, Krankenhäuser, Flughäfen oder Hotels.

Die drei Kernkomponenten einer PA-Anlage sind – das Mikrofon, das Schallschwingungen aufnimmt und in ein elektrisches Signal umwandelt; der Verstärker, der elektrische Signale verstärkt und steuert und der Lautsprecher, der ein elektrisches Audiosignal in Schwingungen umwandelt und als Schall wiedergibt.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden alle Formen der öffentlichen Beschallung mit Hilfe der Bauakustik durchgeführt – es gab keine Alternative, um das Sprachverstehen zu verbessern. Der erste Schritt zu einer völlig neuen Klangwahrnehmung kam jedoch 1875, als der britisch-amerikanische Erfinder und Musikprofessor David Edward Hughes das Carbonmikrofon erfand.

Dies war das erste Gerät, das eine ordnungsgemäße Sprachübertragung ermöglichte und es wurde von Hughes aus Spielzeugboxen, Siegelwachs und Kabeln im Wohnzimmer seines Hauses gebaut. Das Carbonmikrofon enthielt zwei Metallplatten und arbeitete mit Schallwellen, die auf eine Membran trafen, die das darin enthaltene Carbongranulat in Schwingung versetzten.

Je höher der Druck auf diese Granulate, desto geringer ist ihr Widerstand und desto näher werden sie zusammengeschoben, was dazu führt, dass ein Schallstrom zwischen den Platten geleitet wird. Hughes prägte den Begriff „Mikrofon“, um seine Erfindung zu beschreiben, da er sie als das Audioäquivalent des Mikroskops betrachtete.

Damit war die erste Komponente einer modernen Beschallungsanlage geboren. Einige Jahrzehnte später wurde der weltweit erste experimentelle Moving-Coil-Lautsprecher vom britischen Physiker Oliver Lodge erfunden. Diese als „brüllendes Telefon“ bekannte Erfindung enthielt die gleichen grundlegenden Merkmale wie die heutigen Lautsprecher – eine Membran, die von einer Spule in Schwingung versetzt wurde.

Das letzte Stück des PA-System-Puzzles kam 1906, als der amerikanische Erfinder Lee DeForest das Audion erfand – das erste Gerät, das ein elektrisches Signal verstärken konnte.

Die PA-Anlagen-Pioniere

Nachdem diese drei Komponenten erfunden waren, begann das Bestreben, sie für die Klangerzeugung zusammenzuführen. Edwin Jensen und Peter Pridham, Ingenieure des amerikanischen Elektronikunternehmens Magnavox, gehörten zu den frühen Pionieren der Klangwiedergabe und -verstärkung. In einer Testreihe in ihrem Labor von 1911 bis 1915 schlossen sie Mikrofon und Lautsprecher an eine 12-Volt-Batterie an, was zum ersten Mal zu akustischen Rückkopplungen führte.

Jensen und Pridham entwickelten durch ihre Forschung den „Magnavox“, das weltweit erste elektrische Beschallungssystem zur Sprachverstärkung. Dies war ein dynamischer Schwingspulenlautsprecher mit einer 1-Zoll-Schwingspule, einer 3-Zoll-Wellmembran und einem 34-Zoll-Horn. Das Magnavox-System wurde am 24. Dezember 1915 in der San Francisco City Hall öffentlich vorgestellt, wobei 100.000 Menschen kamen, um die Übertragung von Weihnachtsmusik zu hören.

In den folgenden Jahren setzten Jensen und Pridham die Entwicklung von Beschallungssystemen fort, von denen eines von US-Präsident Woodrow Wilson verwendet wurde, um vor einer 75.000 Menschenmenge in San Diego zu sprechen – das erste Mal, dass ein Präsident ein solches System einsetzte, um die Öffentlichkeit anzusprechen.

Ein weiterer wichtiger Pionier der Beschallung war das britische Telekommunikationsunternehmen Marconi. In den 1920er Jahren produzierte Marconi eine große Anzahl von PA Anlagen, um den wachsenden Anforderungen dieses aufstrebenden Marktes gerecht zu werden. So beliebt war es, dass König George V. eine Marconi PA einsetzte, um 90.000 Menschen während der „British Empire Exhibition“ in Wembley 1925 anzusprechen.

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